DLP Folge 9: Ein neues Kapitel

Segelschiff im Aufbruch

Wenn aus Buchtiteln Geschichten werden. Das Literarische Puzzle (DLP) bei Buch38.de. Aufgabe: Es gilt eine Anzahl vorgegebener Buchtitel nahtlos in eine Kurzgeschichte zu integrieren.
Herausforderung angenommen!


Folge 9: Ein neues Kapitel

Sanfte Musik schwebt durch den Raum. Ein dienstbeflissener Angestellter taucht an ihrer Seite auf und deutet mit einer freundlichen Geste an, ihr den Mantel abnehmen zu wollen. Es ist ein vornehmes Haus, das sieht sie auf den ersten Blick. Gehobenes Ambiente. Bevor der Mann mit ihrem Kleidungsstück davoneilt, greift sie noch geschwind in die Außentasche und schnappt nach ihrem Handy. Der Mann hält kurz inne, lächelt und wartet, bis sie es an sich genommen hat. Sie hält das Gerät in die Höhe, zuckt mit den Schultern. “Ohne geht nicht.” Sie lächelt etwas verlegen und wendet sich Lea zu, die ihre Jacke bereits weitergereicht hat und ihr mit dem Smartphone zuwinkt. “Ohne geht nicht.”

Julia schaut um sich. Das Restaurant wurde in einen alten Felsenkeller integriert. Große Natursteine bilden seine Wände und erzeugen ein Flair wie in einem mittelalterlichen Burgverlies. Nur das es hier weder feucht, noch muffig noch kalt ist. Dezente Beleuchtung hüllt den Raum in ein sanftes, warmes Licht. Es ist irgendwie schummerig, aber immer noch hell genug, um gut sehen zu können. Hier war ein Meister am Werk gewesen. Auf dem Steinboden bilden schwere Teppiche einen Pfad zwischen den Nischen hindurch, in denen die Tische untergebracht sind.

“Ich bin immer wieder gern hier”, sagt Lea während sie dem Kellner folgen. “Ich weiß gar nicht, warum ich noch niemals mit dir hergekommen bin.” Sie runzelt ihre scharf nachgezogenen Augenbrauen. “Gutes Essen schätzen wir nun mal beide und

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Emmi kocht einfach

super lecker. Alles frisch, immer Bio und von hoher Qualität.”

“Vielleicht bist du bisher nur mit deinen Dates hier gewesen und hast mir deshalb nie etwas davon erzählt?”

Lea knufft sie freundschaftlich in die Seite. “Hör mal!”, empört sie sich, “du tust ja so, als hätte ich irgendwelche Geheimnisse vor dir.”

“Wer weiß?”

“Naja, vielleicht in paar klitzekleine. – Aber das Wichtigstes hast du immer von mir erfahren. Ehrenwort!” Lea hebt mit feierlicher Miene drei Finger in die Höhe.

Nachdem sie an drei Alkoven vorbeigeführt wurden, öffnet sich der Raum unvermittelt und wird zu einem imposanten Felsendom. Julia ist überrascht. Damit hatte sie nicht gerechnet. Während sich längliche Tische und Bänke rechts und links an die Wände schmiegen, stehen sechs große runde in der Mitte dieses beeindruckenden Ortes. Sie bilden zusammen mit dem Stamm eines uralten Baumes – vielleicht eine Eiche? Julia ist sich nicht sicher – das Zentrum dieses steinernen Saales. Es sieht aus, als würde der Baum aus dem Felsen herauswachsen, um sich dann mit seinen starken Ästen an der drei Meter hohen Decke wie ein Schirm zu entfalten.

“Der ist doch nicht echt.”, rutscht es Julia hinaus. Sie spricht lauter, als sie es vorgehabt hatte.

“Aber ist toll gemacht, nicht wahr?” Lea strahlt und ist sichtlich begeistert von ihrer Restaurantwahl. “Ich staunte genauso wie du, als ich es das erste Mal sah. – Aber warte, bis wir an unserem Platz sind.”

Lea deutet nach rechts hinüber, wo der Kellner vor einer größeren Nische stoppt und sich ihnen zuwendet, während er mit der Linken in Verbindung mit einer angedeuteten Verbeugung den Weg weist.

Gespannt schreitet Julia weiter und dann öffnet sich seitlich vor ihr eine lichtdurchflutete Sitzecke. Hinter einem festlich gedeckten Tisch ist ein Panoramafenster in den Stein eingelassen.

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Ein Garten offenbart sich

hinter der Glasfront, die von blütenweißen Stores eingerahmt ist. Julia bleibt die Luft weg.

“Lea! Das ist…,” ihr fehlen die Worte.

“…himmlisch?”

“Ja. Himmlisch. Fantastisch. – Ich bin überwältigt.” Julia geht zügig am Tisch vorbei und stoppt erst unmittelbar vor dem Fensterglas. Am liebsten würde sie ihre Nase ganz auf die kalte Oberfläche pressen, um wie damals am Schaufenster des Spielwarenladens den Anblick in sich aufzusaugen.

Der Kellner zieht einen Stuhl heran. Während Lea vor den Tisch tritt, schieb er ihn vorsichtig hinter sie, damit sie Platz nehmen kann. Dann blickt er erwartungsvoll zu Julia, vor deren Gesicht sich feuchte Wolken an der Glasoberfläche bilden. So dicht steht sie davor und staunt. Lea bemerkt das Zögern des Obers und berührt vorsichtig seinen Arm. Sie entbindet ihn von seiner Verpflichtung, einen Platz anzubieten und bittet statt dessen um eine große Flasche Mineralwasser und die Karte.

“Dieser Garten ist einfach himmlisch!”, Julia kann sich nicht sattsehen. “Hast du diese Rosenbögen dort hinten am Teich gesehen?”

Sie dreht sich zu Lea, um sicherzugehen, dass sie zuhört.

“Ja, die sind jedes Jahr wieder atemberaubend.” Lea lacht.

“Wieviel Quadratmeter wird der Garten haben? Das ist doch bestimmt die Größe eines Fußballfeldes. Wenn ich mir vorstelle, was da für Arbeit drin steckt…”

Julia dreht sich um und sieht Lea an. “Das schafft einer allein doch gar nicht.”

“Soweit ich weiß, ist tatsächlich ein recht großes Gartenteam dafür zuständig, wie Emmi berichtete. – Komm setz dich doch. Von hier aus kannst du alles genau so gut überblicken.” Sie deutet auf den Platz neben sich.

“Es war eine tolle Idee hierher zu kommen, Tante Lea.” Voller Elan lässt sich Julia auf den bequemen Stuhl fallen ohne dabei den Garten aus den Augen zu lassen.

Dabei entgeht ihr beinahe der Blick der Tischnachbarin, deren Augenbrauen nun noch dichter zusammengerückt sind und dadurch ihrem Gesicht einen sehr strengen Ausdruck verleihen.

Julia beißt sich auf die Lippe und schaut zu ihrer Tante hinüber: “Lea, meine ich natürlich. Entschuldige bitte.”

Mit zusammengepressten Lippen lässt die Angesprochene hörbar die Luft durch die Nase entweichen.

“Woher kennst du Emmi überhaupt?”, versucht Julia das Thema zu wechseln.

“Weißt du, das ist eine meiner vielen Geschichten. Damit möchte ich dich jetzt nicht langweilen. Wir sind uns schon vor vielen Jahren begegnet und seit dem immer in Kontakt geblieben. Ich lasse es mir auch nicht nehmen, bei ihr vorbeizuschauen, wenn ich in der Nähe bin.”

Der Ober kehrt auf leisen Sohlen an den Tisch zurück. Nach dem er zwei Gläser befüllt hat, stellt er die Wasserflasche in einen Kühler und überreicht den beiden Frauen jeweils eine Speisekarte.

“Da läuft mir ja schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammen.” Julia ist von der kleinen Menüauswahl genauso begeistert, wie vom Anblick des Gartens. “Und alles so gesund. Ich glaube, wenn ich öfter hier zu Gast wäre, könnte ich locker

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100 werden – Gesünder, jünger und leistungsfähiger

als mit dem ganzen anderen Kram, den man so im Supermarkt vorfindet.”

Lea lacht auf und verschluckt sich beinahe an dem Wasser, an dem sie eben nippt. Mit der Serviette tupft sie sich die Lippen ab, während sie über beide Ohren lächelt. “Na, das höre ich doch gern. Und ich wünsche es dir von Herzen. – Nicht jeder hat dieses Glück.”

Das Lachen in ihren Augen scheint mit einem Mal weniger zu strahlen, als noch vor ein paar Sekunden. Nachdenklich legt sie das Tuch zur Seite und greift nach ihrer Handtasche, die seitlich am Stuhl hinabhängt. Sie hebt den Überschlag an und kurz bevor sie die Hand wieder auf den Tisch zurückführt, ist ein gedämpftes Klappern zu hören.

Julia stutzt. Vorsichtig schaut sie über den Rand der Speisekarte hinweg zu ihrer Tante hinüber. Hat Lea eben ein Pillendöschen in ihrer weißen Loewe verschwinden lassen? Und was sollte dieser Nebensatz bezüglich des Glücks?

Eine junge Kellnerin nähert sich. Vermutlich eine Auszubildende. Sie wirkt schüchtern und unsicher. Sie platziert mit einem kaum hörbar gemurmelten: “Ein kleiner

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Gruß aus der Küche

ein silbernes Tablett auf den weißen Damast und entfernt sich schüchtern, nicht ohne vorher einen prüfenden Blick über ihr Arrangement gleiten zu lassen.

“Vielen Dank!” Lea greift sofort nach dem kleinen Messer und einem der duftenden Brote, um es mit der Marinade aus dem Porzellantöpfchen zu bestreichen. “Ich sterbe vor Hunger!”

Genüsslich riecht sie an dem Happen und beißt mit geschlossenen Augen hinein. “Diese Creme ist ein Traum!”, schwärmt sie und kaut genussvoll weiter.

Julia legt die Karte beiseite und macht es ihr nach. Der Aufstrich entzündet ein kleines Geschmacksfeuerwerk auf der Zunge. “Mmh”, ist das einzige, das sie noch hervorbringen kann.

Kaum, dass sie hinuntergeschluckt haben, kehrt der erste Kellner zurück und nimmt die Bestellung auf. Julia entscheidet sich für einen mittleren Vorspeisensalat mit Meeresfrüchten und einem Hirschfilet auf Wildreis, während Lea den Zander mit Balsamicolinsen wählt.

“Keinen Salat, wie sonst?” Julia ist erstaunt. Normalerweise verdrückt ihre Tante wahre Berge an Grünfutter.

“Nein, danke. Heute besser nicht.”

Julia hört auf ihr Bauchgefühl und gibt sich einen Ruck: “Alles in Ordnung bei dir, Lea? Diese Einladung. Dieser besondere Ort. Deine…” Sie zögert. “Ich meine: – nimmst du Medikamente?” Sie wirft einen Seitenblick auf die Handtasche und wartet ab.

Lea sieht aus dem Fenster und greift wortlos nach dem Wasserglas. Langsam nimmt sie einen Schluck und stellt es bedächtig zurück. Sie schaut Julia in die Augen.

“Was soll ich drumherum reden, Julia. Ja. Ich nehme Medikamente. Und ja, es gibt einen besonderen Anlass für unser Treffen heute.”

Nun muss Julia einen Schluck Wasser trinken. Ihr Mund ist mit einem Mal staubtrocken. Hatte sie sich doch nicht getäuscht? In den letzten Monaten suchte ihre Tante verhältnismäßig viel Kontakt zu ihr, schrieb Kurznachrichten und rief an. Sie zeigte auffällig viel Interesse an ihrem Leben. Etwas, dass sie all die Jahre zuvor eher wenig und nur äußerst sporadisch getan hatte. Klar, sie war meist irgendwo in der Welt unterwegs gewesen. Das brachten die Aufgaben innerhalb der Firmen ihres verstorbenen Mannes, Julias Onkel Werner, so mit sich.

Doch seit ungefähr einem halben Jahr tauchte Lea auffallend häufig aus dieser Versenkung auf. Wollte wissen, wie es mit Julias Studium lief. Wie sie mit den Eltern und auch mit ihrem Einkommen zurechtkam. Ob es schon einen Mann in ihrem Leben gab. Wirklich sehr persönliche Dinge.

Anfangs hatte Julia sich nichts dabei gedacht. Denn Lea war immer ihre Lieblingstante gewesen. Die Frau von Welt, die sich nur in den besten Kreisen bewegte und in den Großstädten Europas zu Hause war. Nach dem Tod ihres Mannes hatte sie, da sie kinderlos geblieben war, Onkel Werners Geschäfte übernommen. Die Familie wunderte sich zuerst darüber, da sie immer als Schickimicki Braut innerhalb des Waldberg Clans abgestempelt wurde.

Offenbar hatten sie alle unterschätzt. Ihre Wandlung von der vermeintlichen Lebedame hin zur internationalen Businessfrau ging so reibungs- und geräuschlos von statten, dass sich alle nur wunderten. Julia fand das jedenfalls einfach nur cool, wie Lea dafür sorgte, dass allen Verwandten die Münder offen standen.

“Ich wusste schon immer, das du ein schlaues Kind bist, Julia. Und natürlich ist es kein Zufall, dass wir in den letzten Monaten immer häufiger von einander hörten. Und nun sind wir hier.”

“Lea…”, setzt Julia an, doch ihre Tante unterbricht sie mit einer Handbewegung.

“Ich habe lange darüber nachgedacht, ob und wie ich es dir beibringen soll. Aber ich weiß, dass du stark genug bist, für das, was ich dir anbieten möchte. – Natürlich nur, wenn du es willst!”

Sie legt ihre Hand auf Julias. “Ich werde dich zu nichts zwingen!”

“Lea, was ist denn los? Du spannst mich auf die Folter!”. Julia wird nervös. “Musst du sterben?” – Nun ist es heraus.

Lea lächelt. “Julia, wir müssen alle sterben. Das ist nichts Besonderes.”

“Aber…”

“…aber ich habe den Vorteil, bereits zu wissen, wie lange es noch dauern wird.”

“Nein!”, Julia greift mit ihrer freien Hand nach der Leas und sie halten sich fest.

“Ich werde hier und heute – und schon gar nicht vor dem Essen – mit dir darüber diskutieren. Ist das klar?” Wenn Lea so schaut, ist es immer besser ihr nicht zu widersprechen. Obwohl Julia ein Lächeln in den Augen der Tante erkennt. Darum nickt sie nur stumm.

“Fein.” Lea lässt Julias Hände los, denn Julias Salat wird in diesem Moment serviert. “Lass es dir schmecken.”, sagt sie und gießt sich Wasser nach.

Julia ist es irgendwie peinlich, nun schon zu essen, während ihre Gastgeberin deshalb mit dem Hauptgang warten muss. Andererseits ist sie froh, nicht reden zu müssen. Sie ist zwar sehr angespannt, wegen dem, was nun kommen könnte, weiß aber, dass es besser ist, in den kommenden Minuten einfach nur zuzuhören. So konzentriert sie sich auf die Dosierung des Dressings und wartet ab.

“In den vergangenen zwölf Monaten habe ich über Vieles nachdenken können und auch müssen. Mein Leben verlief während all der Jahre in guten und geregelten Bahnen. Natürlich hat Werners Tod eine tiefe Lücke gerissen, aber das Leben ging nun mal weiter. Musste weitergehen. Aufzugeben war niemals eine Option für mich gewesen. Das ist es bis heute nicht. Das Leben hält jederzeit neue Kapitel für uns bereit. Und immer wieder werden aus diesen Kapiteln Bücher. Bücher, die ab und an auch ein Ende haben. Doch dann beginnt ein neues Buch. Unser Leben wird auf diese Weise zu einer ganzen Bibliothek. Auch wenn die meiste Zeit

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Die Bibliothek im Nebel

liegt, weil viele Bücher noch nicht geschrieben sind, so wird sie zum Schluss dennoch vollständig sein. Mein letztes Buch hat nun begonnen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn die meisten Kapitel darin mit dir zu tun hätten.”

Julia hält inne und ein Stück Salat hängt ihr aus dem Mundwinkel. Nach einer Sekunde saugt sie es mit einem schmatzenden Geräusch zwischen die Lippen. Lea lacht, Julia bekommt einen roten Kopf und angelte nach der Serviette.

“Werners Firmen haben mich finanziell abgesichert und erlauben mir ein sorgenfreies Dasein.”, fährt Lea fort. “Nach seinem Tod konnte ich, Gott sei dank, seine Arbeit fortführen, weil mir Menschen zur Seite stehen, die mich dabei bestmöglich unterstützen. – Allerdings habe ich keine Kinder, wie du weißt. Was ich sehr schade finde, doch ändern lässt sich das nun nicht mehr.”

Julia legt das Besteck auf dem leeren Teller ab und trinkt etwas. Fast zeitgleich tritt die Bedienung heran und entfernt unaufgefordert das benutzte Geschirr. So lange das Personal um den Tisch herumwuselt, um den Hauptgang vorzubereiten, herrscht Schweigen zwischen den beiden Frauen.

Als sie wieder allein sind, ergreift Lea erneut das Wort. “Um es kurz zu machen. Auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für meine Nachfolge kamst du mir relativ schnell in den Sinn. Deine Ausbildung, dein Charakter, deine ganze Wesensart scheinen mir ideal zu sein. Mal abgesehen davon, dass ich dich sehr mag, Julia.”

Die Angesprochene bekommt erneut rote Ohren. “Keine falsche Bescheidenheit. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass du der geeignetste Mensch dieser Familie bist, um diese Aufgabe zu meistern.”

“Du meinst? – Ich soll?”, Julia kommt ins Stottern.

“Ja, das meine ich. Du bist geeignet und ich würde mich sehr freuen, wenn du dich für diesen Weg entscheiden könntest. – Doch wie gesagt, ich will dich zu nichts zwingen. Darum mein Vorschlag: ich werde dich in alles Einweihen, was mir für deine Zukunft so vorschwebt. Du denkst ein paar Tage darüber nach, stellst alle Fragen, die du hast und dann triffst du eine Entscheidung. Wie sie auch ausfallen wird, werde ich sie akzeptieren.”

Lea pausiert einen Moment und ergänzt: “Was sagst du?”

Julia starrt sie stumm an. Sie ist sichtlich sprachlos. War das eben wirklich passiert? Hat ihre Tante ihr eben quasi ein Imperium angeboten? Fast bittet sie Lea, sie zu kneifen, um aus dem Traum aufzuwachen, in dem sie sind befindet. So etwas geschieht doch nur im Film. Aber hier und jetzt? Ihr?

“Du meinst das wirklich ernst, oder?”, sagt sie leise und kommt sich im selben Moment wie eine Idiotin vor.

“Natürlich.”, ist alles, was Lea sagt. Und es ist deutlich, dass es ihr voller Ernst ist.

“Darüber muss ich tatsächlich nachdenken, Tante Lea. Bitte verstehe das. – Ich meine… das ist eine enorme Verantwortung.”

“… und eine große Chance.”

“Ja, ich weiß.”

Der Kellner bringt die Hauptgänge, nimmt Teller und Platten vom Servierwagen und entfernt sich wieder, nachdem er einen guten Appetit gewünscht hat.

Lea greift nach der Serviette, schüttelt sie neben dem Tisch aus und legt sie über die Knie.

“Ich bin froh, dass du nicht sofort ja gesagt hast. Das hätten die meisten getan und damit gezeigt, dass es ihnen dabei nur um das Geld ginge. – Du bist die Richtige. Das weiß ich einfach.” Sie lächelt und deutet mit dem Kopf auf Julias Teller. “Lass es nicht kalt werden.”

“Wenn du dich für meinen Vorschlag entscheidest, werden wir viel Zeit mit einander verbringen. Soviel mir halt noch bleibt. Aber sie sollte reichen. Ein Rat noch:

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Nimm das Leben, wie es ist. Aber lass es nicht so.

“Du bekommst eine große Chance, da bin ich mir sicher. – Doch jetzt wollen wir nicht mehr darüber sprechen und den Rest des Abends genießen. Einverstanden?”

Julia schaut ihrer Tante dankbar in die Augen, lächelte und nickt nur stumm.

Heute würde sie ein neues Buch in ihrem Leben aufschlagen.

Ende


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Gruß aus der Küche

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Andreas König

Blogger, Freelancer, ehem. Buchhändler. Interessiert. Selbstdenker.

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