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Querweltein

Warum schnürt ein Mann seinen Ranzen und macht sich zu Fuß, nur mit den Sachen bekleidet, die er am Leib trägt und einer Ersatzmontur im Rucksack auf den Weg? Er verlässt sein Heim und wird zum „Tippelbruder“.

Ich sage dazu nur: „Hut ab!“ – Obwohl Klaus Deckenbach denselben auf dem Titel seines Buches „Querweltein“ auf dem Kopf hat.

Ist „die Walz“ eigentlich heute noch Jedem bekannt? Jene „drei Jahre und einen Tag“ an dem ein Handwerksgeselle auf Wanderschaft geht und seinem Heimatort nie näher als 50 km kommen darf?

Da ich selbst auch aus dem Handwerk stamme, in dem die Walz weniger verbreitet war (Glaserei), kann ich diese Art der „Ausbildung“ von jungen Gesellen sehr gut nachvollziehen. Man kommt dabei nicht nur in der Welt herum. Es geht vielmehr darum, Erfahrungen in seinem Handwerk zu sammeln und zu lernen auf eigenen Füßen zu stehen.

Das sich dabei unter den Wandergesellen natürlich auch diverse zum Teil etwas schräg anmutende Bräuche entwickelten, liegt beim Zusammentreffen junger Burschen schon auf der Hand. Und so gibt es davon auch eine ganze Menge. Oft sind diese Bräuche mit derben Späßen und Alkohol verbunden. Das war früher schon so und ist heute nicht viel anders.

Unser Autor Klaus Deckenbach machte sich jedenfalls 1988 mit Sack und Pack auf eine Reise, deren Verlauf er jetzt in seinem Buch „Querweltein“ zusammen mit Miriam Hurler zu Papier gebracht hat. Drei Jahre und ein Tag waren geplant, um in Europa seine Erfahrungen zu sammeln. Das daraus letztendlich fünf ganze Jahre wurden, von denen er die meiste Zeit in Afrika verbrachte, hat er am Beginn seiner Tippelei sicher nicht für möglich gehalten.

Viel hat er erlebt, der Klaus Deckenbach. Viel zu viel, um es auf 200 Seiten zwischen zwei Buchdeckel zu pressen. Normalerweise hätte aus diesen fünf Jahren ein Wälzer von 800 Seiten entstehen müssen, soviel Erlebnisse und Begebenheiten gibt es zu berichten. Doch so mussten die Beschreibungen seiner Abenteuer zwangsläufig kurz und knapp ausfallen. Der Leser würde gern mehr erfahren. Aber, wie gesagt, dann wäre „Querweltein“ ein „Mordsteil“ geworden.

Ich habe „Querweltein“ natürlich gelesen. Auch ich wollte noch mehr darüber erfahren. Und das schon, bevor ich das Buch selber in der Hand halten konnte. Deshalb habe ich bereits im Frühjahr mit Klaus Deckenbach Kontakt aufgenommen und wir haben einen Termin bei uns im SCM Shop Fallersleben vereinbart. Klaus wird im März 2015 bei uns zu Gast sein und hat dann viel mehr Gelegenheit von seiner unglaublichen Reise zu berichten. Ich persönlich rechne mit einem laaaaangen Abend! – Und ich freue mich schon sehr darauf!

Bevor jetzt die Frage kommt, warum die Lesung von „Querweltein“ in einer christlichen Buchhandlung stattfinden soll, kann ich verraten, dass dies durchaus seine Berechtigung hat.

Gleich zu Beginn seiner Reise schlendert Klaus Deckenbach in Rottweil über einen Flohmarkt und würde sich gern noch etwas kaufen. Nur was? Sein Rucksack – oder wie der Fachmann sagt: sein „Charlottenburger“ hatte ja nur ein begrenztes Fassungsvermögen. Klaus trifft auf Erwin, der, in Klaus‘ Augen, total „bieder“ gekleidet ist und an seinem Stand Bücher verkauft. Klaus wird von Erwin angesprochen, der ihn über sein Leben als Wandergeselle ausfragt. Während des Gespräches stellt Klaus fest, dass die von Erwin angebotenen Bücher Bibeln sind. Und er stellt weiterhin fest, dass eine von ihnen genau in die Innentasche seiner Cordjacke passt. Klaus hat mit Bibeln eigentlich nichts am Hut und seelischen Beistand hat er auch nicht nötig. Trotzdem kauft er sich die Bibel und später, als  er in Gegenwart anderer Wandergesellen in der Herberge über die „langweilige Schwarte“ witzelt, kommen ihm Erwins Abschiedsworte in den Sinn: „Dieses Buch hat meine Leben total verändert!“

Wenn Klaus damals geahnt hätte, dass so etwas auch anderen Menschen passieren kann…

Der weitaus größte Teil von „Querweltein“ berichtet über Klaus‘ Erlebnisse in einem für uns Europäer noch immer sehr geheimnisvollen Kontinent: Afrika.

Was ich in „Querweltein“ gelesen habe, verfehlt seinen Reiz nicht, lässt einen aber darüber nachdenken, ob man sich selbst sowas auch antun würde. Wir, die in der sog. „Zivilisation“ aufgewachsenen, Wohlstandsmenschen täten uns schwer. Diese These stelle ich einfach einmal auf. Teile von „Querweltein“ durchziehen Staub, Schlamm, Moskitos, Strapazen und immer wieder Gefahr für Leib und Leben durch die Natur, wilde Tiere und vor allen Dingen auch Menschen. Im Afrika der 90er Jahre ging es zeitweise „hoch her“. Aufstände und kriegerische Auseinandersetzungen waren an der Tagesordnung. Ich denke, allein darüber könnte Klaus Deckenbach tagelang erzählen.

Aber zurück zu dieser langweiligen Schwarte.

Das Erstaunliche an „Querweltein“ ist, dass dem Autor nach dem Bibelkauf immer wieder Menschen über den Weg laufen, die „so christlich drauf sind“. Und auch in der Bibel entdeckt er immer wieder Stellen, die ihn sehr ansprechen und er beginnt ab und zu ein Gebet zu sprechen. Situationen, in denen auch hartgesottene Atheisten beten würden, gab es auf seiner Reise zur Genüge. So zieht sich Gottes Wirken – oder sollte ich besser sagen „Werben“ – durch das gesamte Buch. Immer nur vereinzelt und nur sehr zart – aber stetig. Bis hin zu Klaus Deckenbachs Taufe im Mittelmeer.

Heute ist Klaus Deckenbach Pastor und als Kultur- und Bildungsreferent unterwegs. Sicher kann er heute aus ganzem Herzen wiederholen, was ihm Erwin einst sagte: „Dieses Buch hat meine Leben total verändert!“

Und ich sage: „Und das ist gut so!“ 😉

„Querweltein“ nimmt uns mit in ein fernes, unbekanntes Land. Toll!

Bis demnächst

Andreas

Querweltein Book Cover Querweltein
Klaus Deckenbach
Biografie
Brunnen Verlag GmbH
August 2014
Hardcover
208

Als junger Handwerker geht Klaus Deckenbach auf Wanderschaft. Er übernachtet mit Obdachlosen in öffentlichen Toiletten und fertigt in Südafrika Möbel für die High Society. Er übersteht Wurmerkrankungen, Malaria und eine nächtliche Ameiseninvasion im Zelt. Er ist beeindruckt von der afrikanischen Gastfreundschaft und von fröhlichen Gospelsängern in der Eisenbahn …

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Andreas König

Andreas König

Selbständiger Onlinebuchhändler, Blogger, IT Dienstleister und Freelancer.

2011 habe ich, gerade 50 geworden, als Quereinsteiger die Buchhandlung König SCM Shop Fallersleben mit dem Spezialgebiet in christlicher Literatur gegründet. Fast jeden Monat gab es Veranstaltungen, ich schrieb Blog und knüpfte viel Kontakte mit lokalen und überregionalen Autorinnen und Autoren.

2021 habe ich das Ladengeschäft geschlossen und bin in den aktiven Ruhestand gegangen.

Da ich von meinen Interessen her, seit jeher breit aufgestellt bin, war und bin ich noch immer in und für die Stadt und die Region 38 aktiv unterwegs. Es ist mir ein Anliegen, dieses Gebiet nach bestem Können zu beeinflussen und möglichst nach vorne zu bringen. Jeder noch so kleine Einsatz hilft dabei.

Neben diversen Ehrenämtern und Engagements liegen meine Schwerpunkte nun auf diesem Blog in Verbindung mit dem Buch38 Onlineshop. Ich betreibe das Onlineportal UnserFallersleben.de, bin vielseitig interessiert. 

Und da ich nicht wegschauen kann, gebe ich gern auch meinen Senf dazu. Mit dem Strom zu schwimmen, war nie mein Ding.

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